Ab diesem Monat erhalten 21,5 Millionen Rentnerinnen und Rentner mehr Rente. Die Steigerung mit über vier Prozent fällt relativ hoch aus. Sozialbeiträge und mögliche Steuerzahlungen schmälern jedoch den Nettogewinn. Wie hoch ist das verbleibende verfügbare Einkommen?
Die gesetzliche Rente steigt zum 1. Juli 2026 um 4,24 Prozent. Ruheständler haben die hohe Rentenanpassung der guten Lohnentwicklung in Deutschland im Jahre 2025 zu verdanken. Durch die gesetzliche Koppelung an die Bruttolöhne ist gesichert, dass Rentner am Wohlstand der arbeitenden Bevölkerung teilhaben. In Zukunft könnten die Steigerungen allerdings geringer ausfallen, denn mit der geplanten Rentenreform soll der sogenannte Nachhaltigkeitsfaktor wieder eingesetzt werden. Er dämpft die jährliche Rentenerhöhung, wenn die Zahl der Rentner im Verhältnis zur Zahl der Beitragszahler steigt.
Um diese Summen steigen die Renten
Die Lohnsteuerhilfe Bayern e.V. (Lohi) rechnet verschiedene Szenarien vor: Danach erhalten Senioren bei einer bisherigen Monatsrente von 500 Euro ab Juli 521,20 Euro brutto. Wer bisher 1.000 Euro Rente bezog, erhält nun 1.042,40 Euro Bruttorente. Bei einer Rente von 1.500 Euro beträgt das Plus 63,60 Euro und bei einer Rente von 2.000 Euro kommen brutto 84,80 Euro dazu. Neben den Altersrenten steigen auch die Hinterbliebenen- und Erwerbsminderungsrenten an.
Was bleibt netto übrig?
Von der Bruttorente werden Krankenversicherungsbeiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung abgezogen. Der Beitragssatz von 14,7 Prozent und der Zusatzbeitrag von durchschnittlich 2,9 Prozent schmälern jeweils zur Hälfte die Rentenzahlung. Hinzu kommt der Beitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung. Er wird vollständig von der Rente abgezogen. Für Kinderlose sind das 4,2 Prozent und ansonsten 3,6 Prozent. Unterm Strich sind damit rund 13 Prozent gesetzliche Versicherungsbeiträge fällig.
Folge: Bei einer Rente von 500 Euro bleibt netto nur ein Plus von rund 18 Euro übrig. Betrug die Rentenzahlung 1.000 Euro, kommen netto nur mehr rund 37 Euro dazu. Bei einer Rentenhöhe von 1.500 Euro beträgt der Nettozuwachs rund 55 Euro und bei 2.000 Euro circa 74 Euro. Von der Rentensteigerung um 4,24 Prozent kommen demnach nur etwa 3,7 Prozent auf dem Konto der Senioren an, nach Berechnung der Lohi.
Rentenplus erhöht das Risiko der Steuerpflicht
Renten sind steuerpflichtig. Neurentner sollten berücksichtigen, dass - anders als bei Lohn- und Gehaltszahlungen- bei der Rente kein automatischer Steuerabzug erfolgt. Das Einkommen im Ruhestand ist individuell beim Finanzamt abzurechnen. Zwar besitzt jeder Steuerzahler einen Grundfreibetrag, bis zu dem keine Steuer fällig wird,dieserbeträgt derzeit 12.348 Euro für Alleinstehende und 24.696 Euro für Verheiratete pro Jahr. Doch häufig liegen die zu versteuernden Alterseinkünfte darüber, zumal Rentensteigerungen sowie Miet- und Kapitaleinkünfte das individuelle Einkommen erhöhten. Falls es zu einer Steuernachzahlung kommt, sollte man sicherheitshalber ein finanzielles Polster anlegen.
Positiv: Die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie zu privaten Personenversicherungen sind bis zum Höchstbetrag absetzbar. Zudem können individuelle Ausgaben für Handwerker, Haushaltshilfen, Spenden oder Krankheiten die Steuerlast drücken.